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Kleines ABC der veganen Kleiderordnung: die Alternativen zu Leder & Co (2)

Materialkunde für Newcomer

Grafik: brauner Rock
Grafik: brauner Rock

Bevor du dich mit den veganen Alternativen von tierlichen Materialien befasst, entscheide erst einmal, was du tun möchtest.

Du kannst radikal alles Tierliche aus deinem Kleider- und Schuhschrank verbannen. Ein weicherer und nachhaltigerer Übergang in die vegane Kleiderordnung ist, die tierlichen Materialien weiterhin zu tragen. Beim Neukauf jedoch möglichst nur vegane Materialien zu konsumieren.

Mehr dazu, warum du eventuell das eine über das andere wählst, im Teil 1 dieser Serie.

Der erste Schritt, die vegane Kleiderordnung zu erfüllen, ist ein Blick in deinen Kleiderschrank.

Orientiere dich, schau in deinen Kleiderschrank

Jetzt wird’s ernst. Vorweg, diese Übung ist wirklich hart. Eventuell willst du deinen Entschluss nochmals überlegen, bei mir war das so.

Nun sortiere nicht vegane Kleidung aus:

  • Alle Jeans mit einem Lederpatch.

  • Pullover, Blusen, Hosen mit Wolle

  • Kaschmir, Angora oder Pelzkragen

  • Horn und Perlmutt-Knöpfe

  • Seidenblusen und -Tücher

  • Daunenwesten und -jacken

  • Taschen, Schuhe und Rucksäcke in/mit Leder

  • Jegliche Gürtel und Schmuck mit Leder usw.

Stelle sicher, dass du etwas zum Anziehen hast. Outfits für Büro, Freizeit, Sport usw.. Sollte das nicht so sein, gehe erst einmal einen Kompromiss ein.

Wie du dennoch zurechtkommst.

Versuche einige Outfits für die wichtigen, veganen Momente zu erstellen. Fehlt das eine oder andere Teil, kaufe es dazu. Dann kannst du entspannter deine Kleidung bei Bedarf ergänzen.

Nun geht's zu den veganen Materialien.

Kunstfasern/-materialien als Alternative

Wahrscheinlich hast du entdeckt, dass du doch einige Teile in dem Kleiderschrank hast, die tierfrei sind und aus Kunstfasern/-materialien bestehen.

Diese Teile kannst du als Veganer/in ohne weiteres tragen.

Du weist schon, Kunstfasern/­-materialien lassen, was die Umwelt­freund­lich­keit angeht, jedoch leider zu wünschen übrig. Hinweise darüber, dass Kunstfasern/­-materialien nicht optimal sind, findest du momentan fast überall bei ökologisch orientierten Unternehmen oder Organisationen..

Natürliche Materialien sind daher besser.

Das schränkt deine Auswahl ein, doch du kannst die Situation entschärfen. Dafür bekommst du jetzt Tipps, wie du möglichst natürliche Alternativen findest.

Wärmende vegane Alternativen zu Wolle & Co

Für tierliche Materialien, wie Wolle, natürliche Alter­nativen zu finden, kann zunächst eine Heraus­forderung sein. Du erfährst, wie du damit startest.

So wirkt bei kaltem oder kühlerem Wetter zwar ein Wollpullover oder Skiunterwäsche aus Wolle wärmend.

Eine umweltfreundliche, vegane Lösung sind Pullover und Unterwäsche aus Baumwolle. Viele Menschen mit sensibler Haut oder mit einem höheren Wärme­empfinden tragen schon Baumwolle selbst bei niedrigsten Temper­aturen. (Mehr dazu im letzten Abschnitt).

Neuerdings fokussieren immer mehr Unternehmen auf ein wieder­entdecktes Material: Hanf. Es ist wärmend und angenehm tragbar. Für die Hanftextilien werden Hanfgarne aus den Stielen vom Hanf gewonnen.

Vermerk zum Hanf: Falls du dich noch nicht an Hanf als veganes Lebensmittel herangewagt hast. Die Samen zuge­lassener Hanfsorten sind harmlos für den Menschen und für den Verzehr geeignet.

Nun zu den Materialien für den Sommer.

Kühlende vegane Alternativen zu Seide

Wieder aktuell, das Material Seide, welches aus den Kokons von Seiden­raupen gewonnen wird. Manche Hersteller nutzen ein Verfahren, die die Raupen zuvor aus den Kokons schlüpfen lassen. Pullover, Schals, Blusen, Hosen etc. werden aus Seide hergestellt.

Zwei von drei der folgenden Alternativen sind dir (jetzt) bekannt. Entdecke noch Einiges, was dein Wissen ergänzt.

Baumwolle und Hanf eignen sich ebenfalls für das warme Wetter. Beide haben kühlende Eigen­schaften gemeinsam. Ökologische Unter­nehmen kombinieren vermehrt Baumwolle mit Hanf. Beide Stoffarten erhälst du daher in Bio-Qualität. Das schützt die Landwirte/-arbeiter und die Umwelt.(Mehr dazu worauf du bei der Auswahl achten solltest im letzten Abschnitt).

Die dritte Alternative, Leinen, wurde fast von der Baumwolle verdrängt. Das ändert sich momentan. Es ist ein sehr haltbares Material. Leinen braucht etwas mehr Pflege, ist jedoch bei entsprechender Verarbeitung angenehm zu tragen. Trockne Leinen an der Luft. (also keinen Wäschetrockner verwenden).

Vermerk: Der Fokus ist hier auf natürliche, eher traditionelle Materialien. Es gibt weitere Materialien, die aus Pflanzen gewonnen werden. Diese wurden nicht mit einbezogen.

Vegane Alternativen zu Leder

Wohl momentan das herausfordernste Material zu ersetzen ist Leder.

Dabei gibt es extrem viele Leder­alter­nativen: Papierleder, Fruchtleder, Korkleder, Pilzleder, Leder von Eykalyptus­blättern und Leder von Ananas­blättern. Und das ist noch nicht alles. Wenn du dich damit intensiver befasst, wirst du gar nicht aus dem Staunen heraus kommen.

Ich bewundere die Kreativität der Entwickler und Hersteller.

Doch bevor du deine gesamte Leder­kollekt­ionen von Schuhen, Gürteln, Taschen und Weiterem entsorgst oder verschenkst bedenke, dass diese Alternativen im Vergleich zu den anderen tierfreien Alter­nativen relativ neue Erfindungen sind.

So arbeiten die Hersteller daran Leder­alter­nativen zu entwickeln, die komplett recycelbar bzw. natürlich sind. Dabei sollen die veganen Alternativen zugleich möglichst ähnlich in der Haltbarkeit und im Tragekomfort wie Tierleder sein.

Ob jetzt ein gutes veganes Leder erfunden wurde ist denkbar.

Auf dem Markt tummeln sich durchaus ernst zu nehmende Produkte. Viele sind jedoch noch nicht (ganz) um­welt­­freund­lich. Willst du also unbedingt eine leder­ähnliche und (nahezu) umwelt­­­freund­­liche Leder­­­alternative finden, wirst du momentan abwägen, welche du als die Beste siehst.

In weiteren Blogartikeln findest du heraus, welche Erfahrungen ich mit bestimmten tierfreien Alternativen gemacht habe.

Bevor du loslegst. Vorsicht vegane Täuschung!

Zum Schluss eine Story aus meinem Leben.

Du kennst das sicherlich. Es war ein feierlicher Moment als ich gerade ein neues, frisch ge­wasch­enes T-Shirt in den Kleider­­schrank legte. Scheinbar gedankenlos schaute ich mir auf der Seite das Label an und war ausser­ordentlich überrascht.

Auf dem Label stand etwas Ähnliches wie „ 100% Bio-Baumwolle - enthält tierische Bestandteile“.

Nun ich danke dem Hersteller (ohne Namen) für seine Ehrlichkeit. Dieser Hersteller führt seit kurzer Zeit einige vegan gekenn­zeichnete Kleidungs­artikel aus Bio-Baumwolle.

Den Rückschluss den du daraus ziehen kannst: 100% sicher bist du eigentlich nur mit einem veganen Label.

Mein Tipp daher: Achte auf vegane Kennzeich­nungen von Herstellern, dem V-Label oder Peta-approved Label. Kaufe diese veganen Produkte bevorzugt und vermeide möglichst offen­sichtliche tierliche Materialien.

Fazit: Die vegane Kleiderordung ist umsetzbar

Schon heute kannst du die vegane Kleiderordnung nach deiner Sichtweise umsetzen. Sowohl Kunst- und natürliche Materialien machen es möglich. Willst du nur noch umweltfreundliche Materialien tragen, wirst du bei den Lederalternativen genauer hinschauen. Achte auf jeden Fall beim Kauf auf ein veganes Label.

Weitere Links

Kleines ABC der veganen Kleiderordnung: der Anfang (1)

Autor/in: Iris Mitlacher, Datum (update): 14.05.2019


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Über mich, Iris

Me
Passion für ein veganes Leben

„Erstaunlich, dass ich nicht schon früher so vegan gelebt habe wie heute.“ Wenn du diesen Satz liest weißt du wahr­schein­lich noch nicht, was das bedeutet. Auf diesem Blog wirst du heraus­finden, was damit gemeint ist. Ich stelle hier verschie­dene Wege vor dein Leben veganer zu gestalten und noch mehr daraus zu machen.

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